akute zeiten


eine spurensuche als petitio principii

ein strahlend blauer himmel nach sieben tagen nieselregen.
es kann keine dauerhaft deprimierten menschen geben.

 
eine 41jährige Dänin läuft 366-mal im jahr den marathon.
also an einem tag sogar zwei.
was für eine verschwendung von energie und ausdauer.

 
erfolge, sensationen und rekorde, die derart unerwartet und gehäuft in den täglichen nachrichten auftreten, so als wollten
sie etwas vertuschen.

 
zeitungsmeldungen reduzieren sich zunehmend auf fette überschriften.
das darüber hinaus publizierte sind überflüssige details.

 
man wiederholt sich zu viel... solange aber jeder etwas zu sagen hat und somit das eigene meinen ständig überstimmt wird, noch zu wenig.

 
damit politiker nicht für ihre trägheit kritisiert werden, erhöhen sie sich im parlament jedes jahr ihre diäten. das kanalisiert proteste ungemein.

 
der sommer ist noch nicht vorbei, doch die familie bastelt schon fröbelsterne für das weihnachtsfest.

 
mein jüngster sohn möchte jetzt künstler werden. er will wie sein vater unter der woche ausschlafen können.

 
für ein fussballer-transfer zwischen zwei mega-vereinen werden inzwischen 100 millionen euro gezahlt.
so viel ist heute geld wert.

 
diese schmutzige einigkeit überall. die klimaanlagen arbeiten auf hochtouren.

 
wenn selbst die elementaren dinge wie ein sonnenuntergang bloss namen sind, und die namen unsicher, d.h. verwechsel- und austauschbar...

 
in der nacht die unscheinbaren mauersegler, welche schlafend ihre hyperbolischen kreise ziehen.
als brüder im geiste.

 
in traumverlorenen stunden lebt man in einer anderen welt. wenn sich der mensch in dieser zeit verpuppen würde, was könnte aus ihm werden?

 
man hat keine geheimnisse mehr, man hat zu viele antworten. programmierer und ihre auftraggeber behaupten noch immer, dass es für jedes problem mindestens eine lösung gäbe.

 
die rhetorik von selbstgesprächen als zusammenveranlagte rechtfertigungen.
wenn man wenig erlebt, muss man einiges erfinden.

 
ich muss allzu ernste gedanken erst aufschreiben, um sie belächeln zu können.