110 romane


anfänge und abbrüche

mein streben nach mehr mitteilung und verständnis, so als ob ich nicht bereits genug geschrieben und das mittelbare zu oft mit gleichgesinnten geteilt hätte.
ohne orgasmus hört das vorspielen eines vorspiels wohl nie auf

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diese trostlose selbstbefriedigung, welche sich vornehmlich kreativität nennt. man strebt nach erfolgen und ist allein das medium einer entbesserung

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hat man nichts zu sagen, muss man schweigen dürfen.
das insistieren der stummen als ein möglicher roman

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viele meiner gedanken sind rätsel und wollen ebenda nichts anderes sein als eine suche nach ausweiche-optionen. bei wem werde ich mich dafür entschuldigen müssen?

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nicht den tatsachen, sondern die tatsachen beim u-bahnfahren mal ins betrübt-getrübte auge schauen lassen. hier gibt es im gedränge weitreichende überschneidungen überall und keinen zwang zu übereinkünften

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schreiben als notdurft oder mitdurft.
was von innen nicht nach aussen kommt, was innerlich bleibt, ist nur ein verkorkstes suchen

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nicht nur die politik, auch die kanonische literatur wird von alten weissen männern dominiert und da ich weder richtig alt noch weiss-haarig bin, hört mir kaum jemand zu. trotzdem drängt sich immer wieder die frage nach einem echo in einem wald auf, in dem vor lauter bäumen nichts mehr herausschallt

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das schwadronieren aushalten, das räsonieren perpetuieren und das träumen retrospektiv austräumen, wenn die schwer-kraft eines intensiven lebensgefühls ausbleibt.
dass ich von fast allem ebenso das gegenteil behaupten kann, beruhigt ungemein

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verschwörungs-theorien warnen derzeit aktuell vor neuen untergängen. daher den ganzen tag im rausch, erst in rosa, dann in weiss und in der nacht ein schwarzes brausen

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als ein schwanzamputiertes sich strecken stets ein weiterer satz hinter dem nächsten satz.
in einem authentischen text gibt es kein ende und keine not-ausgänge

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mit jedem verpatzten anfang, mit jedem verworfenen entwurf ergeben sich weitere horizonte, landgewinne und alles in allem reifestufen, die trotz ausbleibender erfolge erklommen wurden

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versuche ich mit übermut meine potenziale zu generalisieren, muss ich nicht fürchten, dass ich unter meinem niveau agiere.
das schreiben in der dritten person singular kann ein intimer ausweg sein