110 romane
anfänge und abbrüche
die unzähligen pläne, projekte und perspektiven eines zu freien tages, welche hochtrabend erwartungen bleiben. kann es noch ein wollen geben, wenn es immer schon ein müssen ist?
einem jeden anfang wohnt ein zaudern inne.
also nicht gleich nach dem aufstehen mit einem roman beginnen.
was man alles schon gelesen hat. es müsste doch mal von nutzen sein.
in vielen büchern wird bloss noch geblättert, dieweil sie zu bekannt sind.
denkt es sich nicht einfach, dann doppelt und dreifach. was während einer shopping-tour sinniert und komplementierend zuhause notiert wird, sind wieder ausufernde aphorismen.
das schreiben in der dritten person singular aus einer intimen verlegenheit.
eigentlich reichen inhaltsangaben, absichtserklärungen oder exposés völlig aus. warum mehr fabulieren?
man kann bei einem missglückten manuskript nicht dauernd neu anfangen, man muss auch aufhören können. irgendwann gibt es keine anfänge mehr, nur noch die akuten schmerzen einer sehnenscheiden-entzündung.
das gute gewissen, wenn wichtiges offen bleibt. so lange noch nichts zuende geschrieben und veröffentlicht wurde, gilt die unschuldsvermutung.
was wird man in 50 jahren kommunizieren?
42dimensionale hologramme?
jeden dritten tag einen potentiellen gedanken notieren. das sind mindestens 110 ausbaufähige ideen in einem jahr und
110 romananfänge für den fleissigen schriftsteller.
ich, du, er, sie, es, wir, ihr, und dann wieder ich.
immer das letzte wort haben und behaupten. das letzte wort, das dann wieder das erste ist.