110 romane
anfänge und abbrüche
diese übermacht von lebensplänen, skizzen und spontanen formulierungen.
diese diktatur.
der sohn guckt im nachbarzimmer zum dritten mal die vierte staffel von The Clone Wars und ich ringe um eine sprache für die derzeitige lebenssituation.
im digitalen fernsehen während der werbung exorbitant paradiesische zustände und ansonsten ausschliesslich umweltkatastrophen, technische havarien, aufgeschminkte endzeitreden...
was würde ein Ich dichten, das in einem parallel-universum ohne geld- und mitteilungssorgen leben könnte?
wer sich langweilt, stellt sich absurde fragen.
wort-findungsschwierigkeiten beim fabulieren und somit auch wort-erfindungsschwierigkeiten. raucht man zu viel, vernebelt der tabak die sinne.
es werden öfter prostituierte von altersheimen aus geordert. trotz niedriger renten und häufig diagnostiziertem prostata-krebs.
was in einem unfug so vor sich geht. geht das ohne sinn und nur mit unsinn vor sich?
mancher satz ist ein fluch und erst der folgende, wenn er sitzt, der gegenzauber.
ein überzeugendes buch, das der momentanen lebenssituation entspricht. wovon müsste es handeln?
vom verstörten leben oder vom verstörten schreiben?
schreiben als notdurft oder mitdurft.
was von innen nicht nach aussen kommt, was innerlich bleibt und übrigbleiben wird, das ist irgendwann ein verkorkstes leben.
immer öfter müde, um eine ausrede zu haben.
so begänne evtl. eine ganz kleine geschichte.